Maria · 9 Tage
Unsere Liebe Frau von Lourdes
1858 erschien die Gottesmutter der heiligen Bernadette Soubirous in Lourdes und nannte sich „die Unbefleckte Empfängnis”. Lourdes ist bis heute der große Ort der Kranken. Diese Novene wird an neun Tagen besonders um Heilung und Trost gebetet.
Eröffnungsgebet
Wird an jedem der 9 Tage gebetet.
Vorbereitungsgebet (an jedem der neun Tage): O du gute, himmlische Mutter von Lourdes, ich komme zu dir in meiner großen Not. Vor dir werfe ich mich nieder und rufe aus dem Innersten meines Herzens: „Maria, hilf, o Maria, hilf!" Ich komme zu dir, o Immaculata, weil ich weiß, dass du mir helfen kannst. Du bist die Mutter des Heilandes und kannst durch deine Liebe gebieten über das göttliche Herz Jesu. Mein Anliegen … ist wohl recht groß, aber noch viel größer ist deine Macht. O du starke Mutter, hilf mir — doch nur, wenn es Gottes Wille und zum Heile meiner Seele gereicht. So nimm denn vorlieb mit meinem Flehen und lass es gelangen zum Throne der göttlichen Barmherzigkeit. Amen.
1. Tag
Süße Mutter Maria, mit innigem Vertrauen gebe ich dir diesen Namen und bin überglücklich, dich so nennen zu dürfen. Als du unter dem Kreuze den Lieblingsjünger Johannes als deinen Sohn annahmst, hast du mit ihm auch mich zu deinem Kinde gemacht. Du bist mir mehr als meine irdische Mutter, du bist meine Himmelsmutter. Deshalb komme ich in meinem Anliegen zu dir und rufe dich an um deine Mutterhilfe. Du kannst mich nicht fortlassen ohne Trost und Hilfe. Immer wieder werde ich kommen und nicht aufhören zu rufen: O Maria, hilf! Amen.
2. Tag
O Maria, zu allen Zeiten hast du deine Mutterliebe ganz besonders gerne allen jenen gezeigt, die sich im Vertrauen dir genaht haben. In unseren Tagen hast du deinen Thron in Lourdes aufgeschlagen, um der leidenden und betrübten Menschheit deine Liebe und Macht kundzutun. Wie viele Kranke haben dort vor deiner Grotte Heilung und wunderbare Genesung gefunden! Wie viele haben dort, wenn ihre Genesung nicht Gottes Wille war, eine kindliche Ergebung und die Gnade einer seligen Sterbestunde erbeten!
3. Tag
Keiner deiner Ehrentitel, o Maria, ist so tief und geheimnisvoll wie dieser, denn er sagt alles, was wir an dir bewundern: Mutter Gottes. Kein anderes Wesen, kein Engel, kein Mensch ist erwählt, die Mutter des Welterlösers zu sein, nur du, o Maria, bist erkoren. Der eingeborene Sohn des ewigen Vaters steigt in deinen Mutterschoß nieder und geht aus ihm hervor als Menschenkind. Du bist die Unbefleckte Empfängnis und konntest zu Bernadette sagen: „Ich bin die Unbefleckte Empfängnis!"
4. Tag
O Gottesmutter, als du der kleinen Bernadette erschienst, hielten deine Hände den heiligen Rosenkranz. Was solltest du anderes damit sagen als: „Kind, mit dem Rosenkranz in der Hand kannst du mein Herz erobern, mag dein Anliegen noch so groß sein." Der Rosenkranz ist der wunderbare Schlüssel, der dein Herz zu öffnen imstande ist. Sollten die immer wiederkehrenden „Ave" nicht ein fortwährendes Anklopfen an das Tor deiner Mutterliebe sein?
5. Tag
Warum hat der göttliche Heiland dich, o Mutter, uns Sündern geschenkt? Der Sünder willen hat er es getan. Wie er selbst auf die Erde gekommen ist, Arzt zu sein nicht für die Gesunden, sondern für die Kranken, so sollte auch dein Mutterberuf in vorzüglicher Weise den Sündern gewidmet sein. Deshalb nennt die Kirche dich mit Recht die Zuflucht der Sünder. War die Schuld noch so groß — wenn der Sünder sich an dein Herz flüchtet, wird er nicht verloren sein. Du schaust nicht auf die Größe der Schuld, sondern auf die Tiefe und Wärme des Vertrauens.
6. Tag
Die zahlreichen Krücken, die die Dankbarkeit der Geheilten an der Grotte von Lourdes niedergelegt hat, und die unzähligen Votivtafeln rufen mit lauter Stimme uns zu: Wir sind hier, um Maria zu preisen, das Heil der Kranken. Wenn wir die Kranken, die vertrauend zum Bilde Mariens aufblicken, fragen wollten: Was sucht ihr hier? — die Unheilbarsten würden uns zurufen: Wir vertrauen auf die starke Mutter von Lourdes, die schon vielen Tausenden geholfen hat; sie kann auch uns helfen, wenn es Gottes Wille ist.
7. Tag
Niemand ist dem Heiland in Kummer und Leiden so ähnlich gewesen wie du, o Schmerzensmutter Maria. Gleichwie der Erlöser die Schuld Adams gesühnt hat, wolltest du die Sünden Evas büßen. Wie viel Schmerz musstest du tragen um deines göttlichen Kindes willen! Von Betlehem bis Golgota konntest du ihm nichts geben als Armut und Entbehrung, und musstest ihn so furchtbar leiden sehen. Solltest du, o Mutter, nicht auch unseren Schmerz und Kummer verstehen? Nein, du bist ja die Trösterin der Betrübten, die Helferin in größter Not.
8. Tag
Der göttliche Heiland ist die Liebe und Güte selbst, und wir alle haben Grund, mit mutigem Vertrauen zu ihm zu gehen. Aber er ist zugleich die unendliche Majestät Gottes und unser einstiger Richter. Weil aber sein ganzes Streben dahin geht, uns selig zu machen, hat er uns ein Wesen gegeben, das wir niemals fürchten müssen: eine Mutter, lieb und zart — dich, o Himmelsmutter. Dich hat er zur Mittlerin zwischen ihm und uns gestellt, damit wir alle Anliegen durch dich zu seinem Throne bringen.
9. Tag
Solange wir auf Erden weilen, sind wir von Gefahren umgeben, die uns von allen Seiten bedrohen. Einem Schifflein gleich auf sturmbewegter See kann unser Herz zu jeder Stunde in der Flut der Sünde untergehen. Da hat die göttliche Liebe uns ein Sternlein gegeben, das mild auf unser Schifflein niederleuchtet und ihm den Weg zum Ziele zeigt. Dieses Sternlein bist du, o Maria. Wer zu dir emporblickt, wird die Bahn nicht verfehlen, sondern den Hafen finden. Du bist der liebe Meeresstern.
Schlussgebet
Wird an jedem der 9 Tage gebetet.
Schlussgebet: Maria, du mein Meeresstern, ich schaue mit vertrauendem Blicke auf zu dir. Von allen Seiten umgeben mich die stürmenden Wogen, und überall ist es Nacht. Doch du zeigst mir den Weg, Maria, ich folge dir. Dein Angesicht leuchtet mir aus der Grotte von Lourdes entgegen; dein Tugendbeispiel, dein Mahnwort, deine Mutterliebe rufen mich, und ich will nicht von deiner Seite weichen. Du meinst es am besten mit mir, nur dir will ich folgen. Amen.