Heilige · 9 Tage

Hl. Ignatius von Loyola

Der heilige Ignatius von Loyola (1491–1556), Gründer der Gesellschaft Jesu und Verfasser der Exerzitien, wird am 31. Juli gefeiert. Diese neuntägige Andacht der Congregatio Jesu (Mary-Ward-Schwestern) stellt jedem Tag ein Schriftwort, eine kurze Betrachtung und je ein Wort von Mary Ward und vom heiligen Ignatius voran.

Eröffnungsgebet

Wird an jedem der 9 Tage gebetet.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. Diese Novene führt in neun Tagen zum Fest des heiligen Ignatius von Loyola (31. Juli). Jeder Tag stellt ein Schriftwort, eine kurze Betrachtung sowie je ein Wort von Mary Ward und vom heiligen Ignatius vor und schließt mit den Gebetsanliegen des Tages.

1. Tag

Eingeladen zur Freundschaft mit Gott

„Denn welches große Volk hätte Götter, die ihm so nah sind, wie unser Gott uns nah ist, wo immer wir ihn anrufen?" (Dtn 4,7)

Gegen alle Rede und jede Erfahrung von Gottesferne hält die Bibel daran fest: Gott ist nah. Gegen ein Erleben von Unwürdigkeit, ja Wertlosigkeit verweist Jesus auf das Interesse Gottes an jedem seiner geliebten Geschöpfe. Dem entspricht das Bild von der Freundschaft, das Gleichnis eines vertrauten Gesprächs.

„O mein Herr, wie freigebig bist du und wie reich sind die, denen du dich zuwendest, um ihnen Freund zu sein." (Mary Ward, Notiz 1616)

„Das Zwiegespräch vollzieht sich durch eigentliches Sprechen, so wie ein Freund zum anderen spricht." (Hl. Ignatius, Exerzitienbuch Nr. 54)

Wir beten, dass wir uns immer wieder neu der Freundschaft Gottes öffnen.

Für die Kinder und Jugendlichen: um Menschen, die sie bei ihrer Gottsuche begleiten.

2. Tag

Reichlich beschenkt

„Nun danket alle Gott mit Herzen, Mund und Händen, der große Dinge tut an uns und allen Enden, der uns von Mutterleib und Kindesbeinen an unzählig viel zugut bis hierher hat getan." (GL 405)

Nicht nur an Jubiläen und runden Geburtstagen, sondern sehr oft wäre dieses Lied zu singen — wöchentlich wäre nicht schlecht.

„Wie zahlreich und wie ausgezeichnet waren die Möglichkeiten, die ich zum Gutsein bekommen habe. Ich will einmal in der Woche meine Meditation über diesen Punkt halten." (Mary Ward, Vorsätze)

„Ins Gedächtnis rufen die empfangenen Wohltaten der Schöpfung, der Erlösung und der besonderen Gaben …" (Hl. Ignatius, Exerzitienbuch Nr. 234)

Wir beten, dass in uns die Dankbarkeit zunimmt.

Für die Älteren: um Aussöhnung mit den Verwundungen ihres Lebens.

3. Tag

Klare Orientierung

„Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben." (Joh 14,6)

Wo finde ich mein Glück, wie glückt mir mein Leben?

„Voranzugehen wie Christus war der Anteil an Gnade, den allein ich als meinen Teil ersehnte, und alles Glück, das ich mir für dieses Leben wünschte." (Mary Ward, Exerzitien 1618)

„… das zuzulassen und mit allen nur möglichen Kräften danach zu verlangen, zu ersehnen, was Christus unser Herr geliebt und umarmt hat, da er ja der Weg ist, der die Menschen zum Leben führt." (Hl. Ignatius, Konstitutionen Nr. 101)

Wir beten, dass wir uns von Jesus rufen lassen, ihm nachzugehen.

Für die christlichen Kirchen, dass sie sich aus ihrem Ursprung erneuern.

4. Tag

Unterwegs zur Freiheit

„Der Sabbat wurde für den Menschen gemacht, nicht der Mensch für den Sabbat." (Mk 2,27)

Von Gott her ist gut, was allen Menschen dient. Nichts darf sich von diesem Ziel lösen und verselbstständigen.

„Die Seligkeit dieses Zustandes war ein einzigartiges Freisein von allem, wodurch man an irdische Dinge gebunden werden könnte, zusammen mit voller Einsatzfähigkeit und Bereitschaft für alle guten Werke." (Mary Ward, Allerheiligen 1615)

„Darum ist es notwendig, uns allen geschaffenen Dingen gegenüber gleichmütig (indifferent) zu verhalten in allem, was der Freiheit unseres Willens überlassen und nicht verboten ist." (Hl. Ignatius, Exerzitienbuch Nr. 23)

Wir beten, dass wir uns von dem befreien können oder befreien lassen, was uns versklavt.

Für alle, die sich für andere einsetzen.

5. Tag

Alles und in allem

„Wer anklopft, dem wird geöffnet." (Lk 11,10)

Gebet heißt, mit etwas anderen Augen auf die Dinge zu schauen. Alles muss mit in die Beziehung zu Gott. Alles darf mit in die Beziehung zu Gott. Und: Gott wartet gleich hinter der Tür.

„Etwas geschah auch, was mir die Freiheit entdeckte, die eine solche Person haben muss, alles auf Gott zu beziehen." (Mary Ward, Allerheiligen 1615)

„… sehr mit Gott unserem Herrn verbunden und mit ihm im Gebet und in allen Handlungen vertraut …" (Hl. Ignatius, Konstitutionen Nr. 723)

Wir beten, dass wir in schwierigen Lebenslagen die Perspektive auf Gott nicht verlieren.

Für alle, die sich um die spirituelle Gestaltung ihres Alltags mühen.

6. Tag

Gottes Willen suchen und erfüllen

„Nicht wer zu mir ‚Herr! Herr!' sagt, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut." (Mt 7,21)

Natürlich lässt sich nicht immer ganz sicher sagen, was der Wille Gottes ist. Oft genug ist es aber ziemlich deutlich. Das wäre ein Anfang.

„Immer empfangend, wirke ich nicht in allem mit, und so bleibe ich undankbar." (Mary Ward, Autobiographische Aufzeichnungen)

„… insofern es nur zu deinem größeren Dienst und Lobpreis gereicht, dich nachzuahmen im Durchstehen allen Unrechtes und aller Schmähungen und der Armut." (Hl. Ignatius, Exerzitienbuch Nr. 98)

Wir beten um Kraft, das Schwere zu tragen.

Für alle Menschen in Not, für die Mittellosen, die Ausgegrenzten, die Einsamen.

7. Tag

Auch in den Schwierigkeiten

„Mein Vater, wenn es möglich ist, gehe dieser Kelch an mir vorüber. Aber nicht wie ich will, sondern wie du willst." (Mt 26,39)

Gott will das Leid nicht. Er hilft tragen, was wir nicht ändern können.

„Gott hat Maria gezeigt, welch große Gegnerschaft und Verfolgung und wie viele Bedrängnisse sie in der Verwirklichung seines allerheiligsten Willens werde durchzustehen haben. Diese zu ertragen, bot sie sich bereitwillig an." (Mary Ward, Inschrift auf dem Bild 42 des ‚Gemalten Lebens')

„Dem, der das ewige Leben aller ist, die wahrhaft leben, möge es gefallen, uns seine Gnade in Fülle zu geben, damit wir seinen heiligsten Willen immer erspüren und vollständig erfüllen." (Hl. Ignatius an Francisco de Javier, 31. Januar 1552)

Dein Wille geschehe hier auf unserer Erde auch durch uns.

Für die Weltreligionen, dass sie im Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit zusammenarbeiten.

8. Tag

Teamarbeit

„Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin, und sein gnädiges Handeln an mir ist nicht ohne Wirkung geblieben. Mehr als sie alle habe ich mich abgemüht — nicht ich, sondern die Gnade Gottes zusammen mit mir." (1 Kor 15,10)

Wir müssen es nicht allein schaffen. Aber unsere Mitwirkung ist gefragt.

„… begriff ich plötzlich klar und sicher, dass ich mich auf diese Weise eine kurze Zeit mühen sollte, dass mir Gott aber nach dieser kleinen Spanne Zeit ohne mein Mühen geben würde, was ich jetzt suchte." (Mary Ward, Geistliche Aufzeichnung 1619)

„… so scheint es mir in unserem Herrn, dass ich beides ganz benützen soll, indem ich in allem seine größere Ehre und Verherrlichung und nichts anderes suche." (Hl. Ignatius an Francisco de Borja, 17. September 1555)

Mache uns brauchbar.

Für alle, die im Großen oder Kleinen für andere Verantwortung tragen.

9. Tag

Überall und jederzeit

„Die Frommen von morgen werden Menschen sein, die etwas ‚erfahren' haben …" (nach Karl Rahner)

„Mein Gott, was bist du? Ich sah ihn unmittelbar und sehr klar in mein Herz eingehen und sich nach und nach darin verbergen. Er hielt mein Herz …" (Mary Ward, 10. Oktober 1619)

„So wachse er immer in der Andacht, das heißt in der Leichtigkeit, Gott zu finden, und jetzt mehr als in seinem ganzen Leben. Und jedes Mal und zu jeder Stunde, da er Gott finden wolle, finde er ihn." (Hl. Ignatius, Pilgerbericht Nr. 99)

Wir beten um die Erfahrung der liebenden Nähe Gottes.

Um die freie Religionsausübung in allen Ländern der Erde.

Quelle

Novene zum Hochfest des heiligen Ignatius (Congregatio Jesu, congregatiojesu.org).